Wissenschaft + Philosophie

Jüdisch-deutsche Empathieforschung 1900 - 1933

Exposé zum Forschungsprojekt

 

von Ralf Matti Jäger

 

Dass es in den Jahren vor der nationalsozialistischen Machtübernahme insbesondere durch jüdisch-deutsche Philosoph*innen eine tiefgreifende Forschung zu sensiblen zwischenmenschlichen Prozessen gegeben hat, ist heute kaum bekannt. Es waren Theodor Lessing, Max Scheler, Franz Rosenzweig, Edith Stein, Martin Buber, Karl Löwith und Hannah Arendt.

 

Seinerzeit war der Ausdruck Empathie noch nicht geläufig, man sprach – damit je verschiedene Aspekte fokussierend – von Einfühlung (Lipps 1900), Ahmung (Lessing 1908), Sympathie (Scheler 1913), der Geburt des Ich aus dem Du (Rosenzweig 1917), Einsfühlung (Scheler 1921), der Einheit Ich-Du (Buber 1923), Mitsein (Löwith, 1928) und Nächstenliebe (Arendt, 1929).

 

Es waren jedoch nicht die tiefgreifenden Einspürungen und Einsichten dieser Philosoph*innen, die für das 20. Jahrhundert prägend wurden, sondern der Nationalsozialismus mit seiner menschenverachtenden Ideologie, Faschismus, Antisemitismus, Rassismus, Gewalt, Krieg und Holocaust.

 

Im Zuge heute verstärkt wieder aufflammender Nationalismen, Rassismen, Antisemitismen, Fundamentalismen und den damit verbundenen gesellschaftlichen Spaltungsprozessen möchte ich einerseits die Leistungen der jüdisch-deutschen Philosoph*innen, andererseits aber das Moment positiven Ineinanderfließens vermeintlich gegensätzlicher Strömungen – der deutschen Philosophie und der jüdischen Religions- und Lebenspraxis – ins Bewusstsein bringen; so unvollkommen und dürftig mir dies im Moment auch nur möglich sein mag. Es hat damals andere, positive, empathische Wege gegeben, die nicht weiter verfolgt werden konnten. Vielleicht können sie sich für die Zukunft neu eröffnen lassen?

 

Ralf Matti Jäger am 9.4.2021

Auf dem Photo sieht man Theodor Lessing mit seinen Töchtern Ruth und Miriam im Jahr 1907.

Download
Jüdisch-deutsche Empathieforschung 1900 - 1933 Exposé
Jüdisch-deutsche Empathieforschung 1900-
Adobe Acrobat Dokument 364.8 KB

Drei Schichten der Empathie

Auszug aus Empathie & Therapie

 

von Ralf Matti Jäger

 

Online-Publikation

Kostenloser Download

 

In Auseinandersetzung mit Theodor Lessings, Max Schelers und Gabriel Marcels feinen Beobachtungen von Empathieprozessen sind mir drei Schichten des empathischen Erlebens klar geworden. Das Sich Eindenken, das Mitgefühl und das Verbundensein. Diese drei Schichten versuche ich in diesem kleinen Aufsatz zu skizzeren.

   Betrachtet man die heutige Forschung zur Empathie in der Psychologie, Neurobiologie oder auch Philosophie, so fällt auf, dass der Fokus meist auf der allerersten Schicht, dem Sich Eindenken liegt. Das Mitgefühl selbst erscheint eher als emotionales Anhängsel, während die tiefe Schicht des Verbundenseins nahezu unbekannt ist.

   Doch ist gerade diese dritte Schicht beispielsweise in der Therapie unerlässlich, wo sich der Patient im Rahmen der therapeutischen Beziehung erst dann wirklich angenommen fühlt, wenn der Therapeut über das Sich Eindenken und das Mitgefühl hinaus geht und so offen und authentisch ist, dass er Momente des Verbundenseins zulässt. Dass dieses Verbundensein gleichwohl nicht die Aufnahme einer Freundschaft bedeutet, sondern therapeutisch gehandthabt werden muss, erläutere ich in kritischer Auseinandersetzung mit Freuds Konzept der therapeutischen Abstinenz.

   Diese dritte Schicht ist auch die Grundlage beispielsweise des gemeinsamen Musizierens. Dass drei gemeinsam improvisierende Musiker bisweilen gleichzeitig unabgesprochen gemeinsam Rhythmusbetonungen, Melodieläufe oder Harmoniewechsel vollziehen, gelingt nur, weil diese Musiker in einer tiefen Schicht empathisch verbunden sind.

Ralf Matti Jäger

 9.2.2021

Download
Drei Schichten der Empathie (Aufsatz)
Drei Schichten der Empathie.pdf
Adobe Acrobat Dokument 169.8 KB

Das Spielen zwischen Intentionalität und Pathischem im Erleben & Kunstschaffen

Ein Beitrag zur phänomenologischen Anthropologie und zur Grundlegung der Kunsttherapie

 

von Ralf Matti Jäger

 

19,80€

 

 

Welche Prozesse vollziehen sich zwischen Mensch und Welt, wenn wir die Welt und uns selbst darin erleben? Welche Prozesse vollziehen sich im Handlungs- und Wahrnehmungsfeld des Kunstschaffens? Diese beiden Fragen bilden den gemeinsamen Ausgangspunkt dieser philosophisch-phänomenologischen Studie.

       In dem Buch wird das Spielen zwischen Intentionalität und Pathischem als apriorischer Grundprozess des menschlichen Erlebens und des Kunstschaffens in einem Dreischritt von Husserls Intentionalitätsbegriff über Straus‘ Begriff des Pathischen zum Spielbegriff Schillers begrifflich entwickelt.

       Sodann wird der Prozess des Spielens zwischen Intentionalität und Pathischem anhand der taktilen Berührung, der Sinneswahrnehmung und des Fühlens, sowie des Plastizierens und Malens anschaulich gemacht.

       Auf dieser Grundlage wird abschließend anhand von Ausführungen Albert Einsteins auf die großen Ähnlichkeiten und die kleinen, aber gewichtigen Unterschiede zwischen dem Kunstschaffensprozesses und dem kreativen Denkprozess des Wissenschaftlers hingewiesen.

   Das Buch ist auch ein Beitrag zur phänomenologisch-anthropologischen Grundlegung der Kunsttherapie.

 

Taschenbuch, broschiert, 12x21cm, 139 Seiten, ISBN 978-3-9819259-0-6

Download
Leseprobe Das Spielen zwischen...
Das Spielen Leseprobe.pdf
Adobe Acrobat Dokument 299.9 KB

Empathische Wissenschaft

Zwölf Thesen zu einer neuen Methodologie

 

von Ralf Matti Jäger

 

Online-Publikation

Kostenloser Download

 

Im Wissenschaftsbetrieb, an den Universitäten, bei vielen ProfessorInnen, in den Fachverlagen, bei den Fachzeitschriften und sonstigen Publikationsorganen, in Forschungslabors, in Denkwerkstätten, bei vielen, vielen Wissenschaftlern fehlt es an Empathie. Das ist nicht nur ein menschlich-ethisches Problem für die Forschung und die Forschungsergebnisse, die auf diese Weise zustande kommen, sondern es ist auch ein methodisches Problem der Forschung selbst. Von Letzterem handelt mein Beitrag.

 

Dass die Empathie in der wissenschaftlichen Forschung methodisch unterbewertet oder ausgeblendet wird, ist mir als Künstler und Therapeut mit Erschütterung aufgefallen, seit ich im Jahr 2008 damit begonnen hatte, mich in die Wissenschaft einzuarbeiten. So entstanden in mir nach und nach die Ideen, die in diesem skizzenhaften Beitrag erstmals in kürzester Form dargelegt sind.

 

Das Anliegen, die Empathie als bislang übersehenes, vergessenes oder verdrängtes Grundelement des wissenschaftlichen Forschens wieder bewusst zu machen und als unerlässlichen Methodenschritt aufzunehmen, muss man noch heute als gewagt betrachten. Dennoch glaube ich, dass es im 21. Jahrhundert Wissenschaftler gibt, die mein Anliegen begrüßen werden.

 

Download
Empathische Wissenschaft
Empathische Wissenschaft Zwölf Thesen.pd
Adobe Acrobat Dokument 389.0 KB

Bescheidenheit des Denkens

Vorspiel zu einer Philosophie vom Herzensgrund

 

von Ralf Matti Jäger

 

Das Buch ist komplett fertig

und erscheint, sobald eine Finanzierung gefunden ist.

 

Die Beobachtung des Denkens kann zur BESCHEIDENHEIT DES DENKENS führen. Nämlich dann, wenn man zu der tiefen Einsicht kommt, dass das Denken selbst seine Begrenzungen hat. Davon handelt dieses Buch.

 

Es beinhaltet schriftlich fixierte Reflexionen phänomenologischer Beobachtungen des Denkens, sowie der dazu gehörigen, aber davon unterscheidbaren Seelenprozesse wie Wahrnehmen, Vorstellen, Erinnern, Phantasieren, Imaginieren, Fühlen, Einfühlen, Empathie und Liebe fühlen, Ideieren, Inspiration und Intuition erfahren, Wollen, Handeln etc.

 

Das Denken ist das grundlegende Werkzeug der begrifflichen Klärung menschlichen Erlebens. Dies ist die wesentliche Aufgabe des Denkens.

 

Von einer BESCHEIDENHEIT DES DENKENS spreche ich hier aus der Einsicht, dass das Denken gar nicht in der Lage ist, die erlebbare Wirklichkeit direkt zu erfassen. Denn dem Denken wohnt strukturell das Moment der Distanzierung von der erlebbaren Wirklichkeit inne. Dies ist ein Vorteil, wie sich noch zeigen wird. Es ist aber ein Nachteil dann, wenn Denker, Wissenschaftler, Philosophen, Phänomenologen, Psychologen usw. immer noch glauben, dass die Grundstruktur der Welt im Denken erreicht sei. Das ist nicht der Fall. Deshalb sollten wir alle, die wir denken, uns bescheiden.

 

Wenn wir uns weithin einig wären, dass spielende Kinder, sorgende Mütter und Väter, Liebe und Empathie fühlende, die Welt verwandelnde, malende, musizierende, tanzende, dichtende, singende Menschen mit der Wirklichkeit eins sind, während sich der denkende Mensch aus der Tiefenstruktur des Denkens heraus immer von der Wirklichkeit entzweit, dann wären die Anregungen in diesem Buch nicht notwendig.

Download
Leseprobe Bescheidenheit des Denkens
Bescheidenheit des Denkens Leseprobe.pdf
Adobe Acrobat Dokument 279.3 KB

Empathiologie des Kunstschaffens

in Tanz, Plastik, Malerei, Musik und Poesie

 

von Ralf Matti Jäger

 

In Arbeit

 

 

Was sind die spezifischen therapeutischen Wirkprinzipien der Kunsttherapie? Um diese Grundfrage der Kunsttherapie einer Beantwortung zugänglich zu machen, sind vorab folgende Fragen sind zu klären: Was geschieht während des Kunstschaffens (in Tanz, Plastik, Malerei, Musik, Dichtung usw.)? Welche Prozesse vollziehen sich während des Kunstschaffens im Menschen, im Gestaltungsmaterial,  zwischen Mensch und Material und zwischen dem Kunstschaffenden und seinen Mitmenschen? Wo urständet und wie entsteht dasjenige, was als Ästhetik bezeichnet wird? Mit der Studie EMPATHIOLOGIE DES KUNSTSCHAFFENS unternehme ich den Versuch, einen grundlegenden Beitrag zur Beantwortung dieser Fragen zu liefern.

Download
Leseprobe Empathiologie des Kunstschaffens
Empathiologie des Kunstschaffens Lesepro
Adobe Acrobat Dokument 349.0 KB

C. G. Jung und die moderne Kunst

Ein Beitrag zur Geschichte der Maltherapie

 

von Ralf Matti Jäger

 

Das Buch ist komplett fertig

und erscheint, sobald eine Finanzierung gefunden ist.

 

C. G. Jung (1875-1961) gehört neben Sigmund Freud und Alfred Adler zu den maßgeblichen Begründern einer verbalen Psychotherapie. Er gehört aber auch zu den Begründern der Kunsttherapie, namentlich der Maltherapie. Das Malen war Jung ein Mittel zur Ergründung des Unbewussten und zur Arbeit mit inneren Bildern (Träumen, Phantasien, Gesichten, Visionen). Dabei war er von den akademischen Kunstidealen des 19. Jahrhunderts und einer symbolistischen Bildauffassung geprägt. Der modernen Kunst begegnete er zu Anfang des Jahrhunderts mit Neugier, doch sprach sie ihn nicht positiv an. Ende der 20er Jahre grenzte er sich deutlich ab. Jungs Theorien zu Symbolen, zum kollektiven Unbewussten und dessen Archetypen waren prägend für die Weiterentwicklung der Psychotherapie und auch für manche Ansätze der Kunsttherapie. Doch ist das Überholtwerden seines akademischen und symbolistischen Kunstverständnisses durch die fortschreitende Kunstentwicklung bis dato kaum kritisch reflektiert worden. Die Symboltheorien Jungs (und ebenso Freuds) sind weiter tradiert worden, ohne dass je ein Bewusstsein davon entstanden wäre, dass sie auf die moderne Kunst und damit auch auf die Kunstwerke von Patienten heute nur in manchen Fällen oder nur in einem speziellen Sinne angewendet werden können. Hier möchte die vorliegende Studie zur Klärung beitragen.

 

Download
Leseprobe C. G. Jung und die moderne Kunst
C G Jung und die moderne Kunst Leseprobe
Adobe Acrobat Dokument 145.4 KB

Seelisches und leibliches Fühlen

Phänomenologische Differenzierungen

Ein kurzer Hinweis

 

von Ralf Matti Jäger

 

Kostenloser Download

 

In der US-amerikanischen Embodiment-Forschung wird die Bedeutung des Leibes für das menschliche Dasein stark betont. Das ist als Abwendung von den verkopften Anthropologien beispielsweise der Neurowissenschaften zu begrüßen. Jedoch finden sich in der Embodiment-Forschung Verkürzungen, die für jeden, der sich mit der seit 1901 entstandenen Phänomenologie bei Husserl, Scheler, Plessner usw. befasst hat, schwer hinnehmbar sind. In folgendem kurzen Beitrag habe ich versucht, auf den Unterschied zwischen leiblichem und seelischem Fühlen phänomenologisch hinzuweisen, um die eigenständige Bedeutung des Fühlens, der Einfühlung, der Empathie, der Gefühle deutlich zu machen.

 

Download
Seelisches und leibliches Fühlen
Seelisches und leibliches Fühlen.pdf
Adobe Acrobat Dokument 186.7 KB

Kritik der Anthroposophie

Steiners Denkweg und die Fähigkeiten des Fühlens

 

von Ralf Matti Jäger

 

Kostenloser Download

 

In den Jahren 2002 bis 2010 habe ich mich sehr intensiv mit Rudolf Steiners Anthroposophie befasst. Im Jahr 2010 wurden mir jedoch systemimmanente Widersprüche deutlich. Diese habe ich in einem Aufsatz darzustellen versucht, der im Februar 2014 in der anthroposophischen Zeitschrift Die Drei erschienen ist und dort für heftigen Widerspruch sorgte. Für all jene, die in einer fundierten Kritik etwas Positives sehen können, stelle ich den überarbeiteten Aufsatz in folgendem Download kostenfrei zur Verfügung.


Download
Kritik der Anthroposophie
Kritik der Anthroposophie.pdf
Adobe Acrobat Dokument 386.7 KB